Paletten stapeln und sichern: Regeln für die Ladefläche

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Paletten stapeln und sichern: Regeln für die Ladefläche
Holzpaletten für die Lagerung und den Transport von Waren

Wer Paletten stapeln und sichern muss, verlädt auf der Ladefläche nur unbeschädigte, tragfähige Ladungsträger. Sie stehen lückenlos oder mit gefüllten Freiräumen und werden formschlüssig oder mit Zurrmitteln und Antirutschmatten gegen Rutschen und Kippen gesichert. Gestapelt wird nur, wenn Palette und Verpackung die Auflast tragen, und vor der Abfahrt wird die gesamte Ladung geprüft.

Paletten stapeln und sichern: Worauf kommt es zuerst an?

Beim Stapeln von Paletten muss die Ladung stabil aufliegen und darf ihre Lage während der Fahrt nicht verändern. Das beginnt bei der Palette selbst: Sie muss die Last tragen, eben aufliegen und unbeschädigt sein. Ebenso wichtig sind das Stellbild auf dem Fahrzeug und die anschließende Sicherung.

Vor dem Beladen prüft der Verlader, ob die gewählten Paletten zur Ware, zum Fördergerät und zur Ladefläche passen. Anschließend werden die Einheiten so angeordnet, dass sie sich nicht gegenseitig verschieben oder beschädigen. Für das Aufstapeln beladener Paletten gelten einige Grundregeln:

  • Schwere Einheiten stehen unten, leichte oben.
  • Die obere Palette liegt mit allen Klötzen oder Kufen auf einer ebenen, tragfähigen Fläche auf, bei Bedarf auf einer Zwischenlage.
  • Die Verpackung der unteren Einheit ist für die Auflast ausgelegt.
  • Der Schwerpunkt der gesamten Ladung liegt möglichst tief und mittig zur Fahrzeuglängsachse.

Wie viel eine Palette im Stapel aufnimmt, hängt von ihrer Bauart ab. Für die EPAL-Europalette nennt die Spezifikation bis zu 1500 kg dynamische Last und bis zu 4000 kg Auflast auf der untersten Palette im Stapel, jeweils bei gleichmäßig verteilter Last. Für andere Paletten gilt die Tragfähigkeit laut Spezifikation des Herstellers.

Welche Ladungsträger eignen sich für den Transport?

Die Wahl hängt von der Ware und dem weiteren Transportweg ab. Paletten der European Pallet Association, kurz EPAL, eignen sich für standardisierte Abläufe mit Palettentausch. Einwegpaletten kommen infrage, wenn keine Rückführung vorgesehen ist, und Sonderpaletten passen sich besonderen Ladungsformen an.

Für schwere Ladeeinheiten werden Industriepaletten eingesetzt, bei ANDREWS je nach Ausführung bis 2000 kg belastbar. Das Format sollte zum Fahrzeug passen: Auf einen Standard-Sattelauflieger mit 13,6 m Ladelänge passen 33 Europaletten oder 26 Paletten im Format 1200×1000. Ein durchdachtes Stellbild verhindert viele Lücken von vornherein.

Für einen Export außerhalb der Europäischen Union ist gegebenenfalls eine Behandlung nach dem Internationalen Standard für pflanzengesundheitliche Maßnahmen ISPM 15 erforderlich. Die Kennzeichnung nach dem Internationalen Pflanzenschutzübereinkommen, kurz IPPC, betrifft das Holz und ersetzt keine Prüfung der Ladungssicherung.

Womit lassen sich Paletten auf der Ladefläche sichern?

Paletten werden durch eine geeignete Kombination aus formschlüssiger Verladung und Sicherungsmitteln gegen Verrutschen und Kippen geschützt. Welche Lösung passt, richtet sich nach Ladung, Fahrzeug und Ladefläche. Die wichtigsten Methoden im Überblick:

Methode Wirkprinzip Geeignet für Worauf achten
Formschlüssige Verladung Ladung liegt lückenlos an Stirnwand, Seitenwänden oder anderen Einheiten an volle Ladeflächen, gleichartige Paletten Der Fahrzeugaufbau muss die Kräfte aufnehmen können.
Niederzurren Gurte pressen die Ladung auf die Ladefläche und erhöhen so die Reibung leichte bis mittelschwere Einheiten mit stabiler Verpackung Kantenschutz verwenden, Vorspannkraft (STF) auf dem Etikett beachten
Direktzurren Gurte verbinden die Ladung direkt mit den Zurrpunkten des Fahrzeugs schwere Einzelpaletten, Maschinen Zulässige Zugkraft (LC) von Gurt und Zurrpunkt beachten
Antirutschmatten erhöhen die Reibung zwischen Palette und Ladefläche als Ergänzung zu allen Methoden saubere, trockene Flächen und voller Kontakt
Füllmittel Luftsäcke, Leerpaletten oder Staupolster schließen Lücken Freiräume zwischen Einheiten ausreichend belastbar und selbst gegen Verrutschen gesichert

In der Praxis beginnt die Sicherung mit einer sauberen Ladefläche und einer durchdachten Anordnung der Ladeeinheiten. Freiräume müssen berücksichtigt werden; Zurrmittel, geeignete Unterlagen und Kantenschutz kommen anschließend dort zum Einsatz, wo die konkrete Ladung sie erfordert.

Auch die Ware selbst muss fest mit ihrem Ladungsträger verbunden sein. Eine gesicherte Palette verhindert keinen Transportschaden, wenn sich Kartons, Behälter oder Bauteile auf ihr lösen oder die Verpackung dem Druck beim Stapeln nicht standhält. Für schwere Einzelstücke lohnt ein Blick in den Beitrag zum Versand schwerer Maschinen auf Paletten.

Welche Regeln gelten für die Ladungssicherung?

In Deutschland verlangt § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung, dass die Ladung selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Für das beförderungssichere Verladen ist nach § 412 HGB grundsätzlich der Absender zuständig, für die betriebssichere Verladung der Frachtführer. Der Fahrzeugführer muss zudem nach § 23 StVO darauf achten, dass die Ladung die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt.

Als anerkannte Regeln der Technik gelten vor allem die Richtlinie VDI 2700 und die Norm DIN EN 12195-1, die die Berechnung der Sicherungskräfte festlegt. Für den Straßenverkehr rechnet sie mit Massenkräften von 0,8 der Gewichtskraft nach vorn sowie 0,5 zur Seite und nach hinten. Bei einer Ladeeinheit von 1000 kg wirken beim starken Bremsen also rund 800 daN nach vorn; was die Reibung davon nicht aufnimmt, müssen Formschluss oder Zurrmittel übernehmen.

Wann sollte die Ladung vor der Abfahrt geprüft werden?

Die Prüfung erfolgt nach dem Beladen und vor Fahrtantritt. Nach jedem Eingriff in die Ladung ist die Sicherung erneut zu beurteilen. Kontrolliert werden vor allem:

  • die Standfestigkeit jeder Ladeeinheit,
  • Lage, Spannung und Zustand der Sicherungsmittel,
  • Lücken zur Stirnwand und zwischen den Paletten,
  • sichtbare Schäden an Paletten und Verpackung.

Besonders häufig werden schwer erkennbare Lücken zwischen Ladeeinheiten übersehen. Ein Blick entlang der Ladefläche zeigt, ob die geplante Anordnung tatsächlich umgesetzt wurde und ob die Sicherungsmittel ungehindert wirken können. Auch die Vorspannung der Gurte sollte nach den ersten Kilometern kontrolliert werden, weil sich Folie und Verpackung setzen können.

Was tun bei beschädigten Ladungsträgern?

Beschädigte Ladungsträger werden vor dem Verladen ausgesondert und durch geeignete ersetzt. Gebrochene Bauteile oder eine instabile Auflage können die Sicherung beeinträchtigen, selbst wenn die Ware zunächst fest auf der Ladefläche steht. Welche Schäden kritisch sind, zeigt der Beitrag zum Erkennen beschädigter Paletten.

Eine sichere Verladung entsteht aus passender Palettenwahl, sorgfältigem Stapeln und einer abschließenden Kontrolle der gesamten Ladeeinheit. Wer regelmäßig Paletten stapeln und sichern muss, sollte die Anforderungen an Ladung und Transportweg schriftlich festhalten. Auf dieser Basis lassen sich mit ANDREWS geeignete Holzpaletten für die eigenen Abläufe abstimmen; nach Eingang aller Angaben folgt innerhalb von 24 Stunden ein kostenloses Angebot.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch dürfen beladene Paletten gestapelt werden?

Eine pauschale Stapelhöhe gibt es nicht; entscheidend sind die Belastbarkeit der Palette, die Stabilität der Verpackung und die Abmessungen des Fahrzeugs. Prüfen Sie vor dem Stapeln auch das Gesamtgewicht, die Achslasten und den Schwerpunkt der Ladung. Wenn die obere Einheit nicht sicher aufliegt oder die Ware Druckschäden bekommen kann, darf sie nicht aufgestapelt werden.

Wie lassen sich Lücken zwischen Paletten sichern?

Lücken zwischen Paletten werden mit geeigneten Füllmitteln geschlossen oder bei der Wahl der Sicherungsmittel berücksichtigt. Planen Sie die Stellplätze so, dass Paletten möglichst ohne unbeabsichtigte Zwischenräume stehen. Prüfen Sie dabei, ob die angrenzenden Ladeeinheiten und Fahrzeugbauteile die auftretenden Kräfte aufnehmen können.

Wann reichen Antirutschmatten nicht aus?

Antirutschmatten erhöhen die Reibung, sichern eine Palette aber nicht automatisch gegen Kippen oder jede Bewegung. Ihre Wirkung hängt unter anderem von einer sauberen Auflagefläche und dem tatsächlichen Kontakt zwischen Palette und Matte ab. Ob zusätzlich Zurrmittel oder eine formschlüssige Verladung nötig sind, muss für die konkrete Ladeeinheit geprüft werden.

Was muss nach einem Zwischenstopp erneut geprüft werden?

Wurde Ware entladen, umgestellt oder ergänzt, prüfen Sie vor der Weiterfahrt die Standfestigkeit und Sicherung der verbleibenden Paletten. Achten Sie besonders auf neu entstandene Lücken sowie auf gelockerte oder anders verlaufende Zurrmittel. Auch ohne Eingriff ist eine Sichtkontrolle sinnvoll, wenn sich Hinweise auf eine Verschiebung der Ladung zeigen.

Darf eine beschädigte Palette mit Zurrgurten gesichert werden?

Nein, eine beschädigte Palette sollte nicht verladen werden, denn Zurrgurte ersetzen keinen tragfähigen Ladungsträger. Bei gebrochenen Brettern, beschädigten Klötzen oder instabiler Auflage sollte die Ware vor dem Verladen auf einen geeigneten Ladungsträger umgesetzt werden. Prüfen Sie anschließend erneut, ob Ware und Palette miteinander verbunden sind und die gesamte Ladeeinheit sicher steht.

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